Programm 2018

Samstag 4. August 2018
Ganztagesfahrt: Barock in Oberfranken – Banz, die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und die Stadtpfarrkirche St. Kilian in Schesslitz

Wegen ihrer spektakulären Lage oberhalb des Maintals sind Kloster Banz und die Wallfahrtskirche von Vierzehnheiligen bekannt. Banz entstand als Benediktinerabtei schon im 11. Jahrhundert. Der heutige Bau stammt erst aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Im Auftrag der Äbte Eucharius Weiner und Kilian Düring konnte Baumeister Leonhard Dientzenhofer die Arbeiten 1698 beginnen. Sein Bruder Johann schloss die Arbeiten 1719 ab. Dr. Joachim Hennze erklärt die lange Baugeschichte und führt durch die Außenanlagen von Kloster und Kirche (das Gebäude ist privat und kann deshalb nicht von innen besichtigt werden). Die Fahrt geht weiter zum Gotteshaus von Vierzehnheiligen.

Der Bamberger Bischof Friedrich Karl von Schönborn erlaubte 1735 dem Abt des Klosters Langheim, Stefan Mösinger, die alte Wallfahrtskirche durch einen repräsentativen Neubau zu ersetzen. Wegen der Differenzen zwischen den Baumeistern Heinrich Krohne und Balthasar Neumann konnte erst 1742 ein Ausführungsplan bestimmt werden. Bauzeit der Kirche war zwischen 1743 und 1772. Sie ist in ihren Grundrissen und ihrer Dimension auf Wallfahrergruppen ausgelegt, die hier bei den vierzehn Nothelfern Schutz und Hilfe suchten. Die Außenansicht wird geprägt von der repräsentativen Fassade mit dem elegant vorschwingenden Mittelteil und den beiden hohen Türmen. Sie gilt als eine der imposantesten Kirchen des Barockzeitalters. Dr. Joachim Hennze führt durch Außenanlage, Museum und Kircheninneres. Sie ist geprägt durch den frei stehenden Gnadenaltar, ein Meisterwerk des deutschen Rokoko.
Durch die Nordausläufer der fränkischen Schweiz fahren wir weiter nach Schesslitz, das zu den ländlichen Besitzungen des Bistums Bamberg gehört hat. Dort werden wir zu Mittag essen und danach noch die katholische Pfarrkirche St. Kilian mit ihrer schönen barocken Ausstattung besuchen.

Wegen der langen Anreise und einem kurzen Zwischenstopp an einer Autobahnraststätte werden wir das Mittagessen erst gegen 13:30 Uhr einnehmen. Es empfiehlt sich, ein Vesper mitzunehmen.

Leitung und Führungen: Dr. Joachim Hennze, Leiter der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Heilbronn
Abfahrt: 8:00 Uhr Busbahnhof Karlstraße
Rückkehr: ca. 19:00 Uhr
Kosten: € 50.– für Mitglieder, € 60.– für Nichtmitglieder (Busfahrt, Führungen, Trinkgelder)
Anmeldung: unbedingt erforderlich


Samstag 18. August 2018
Halbtagesexkursion: Gundelsheim: Altstadt und Burg Horneck

Gundelsheim kann auf eine über 1250 Jahre lange Geschichte zurückblicken. Wegen seiner prägnanten Lage zwischen Weinbergen und Neckar siedelten hier schon Römer, Franken und Alamannen. Kaiser Karl IV. verlieh dem Ort 1378 Stadtrechte und dessen Sohn, König Wenzel, erweiterte jene Rechte 1398 um zwei Jahrmärkte und einen Wochenmarkt. Zu jener Zeit war der Ort bereits im Besitz des Deutschen Ordens, der von hier aus seine Besitzungen zwischen Neckar und Tauber kontrollierte. Erst 1806 kam der Ort an das Königreich Württemberg, verlor seinen Amtssitz und gehörte dann zum Oberamt Neckarsulm. Gundelsheim wartet mit einer hohen Zahl von Denkmalen zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert auf.

Dr. Joachim Hennze erklärt und führt in der katholischen Stadtpfarrkirche aus der Spätgotik mit ihrer reichen Ausstattung. Danach schauen wir uns das ehemalige Pfründnerhaus des Ordens (heute Apotheke) an, sowie wie die früheren Rathäuser von 1541 und 1829 sowie die ehemalige Wirtschaft zum güldenen Löwen. Entlang von Fachwerkhäusern aus Renaissance und Barock geht unser Weg hinauf zur Horneck, nach Heidelberg größtes Schloss am Neckar. Wo einstmals die Ritter des Deutschen Ordens saßen, befanden sich später Kuranstalten, Krankenhaus und Altersheim. Derzeit wird die Horneck zum Kongresszentrum umgebaut.

Nach einer Außenbesichtigung der Schlossanlage geht es weiter zur Nepomukgruppe von 1751: Der Heilige des Beichtgeheimnisses, der Brücken und des Schutzes vor Wasser steht inmitten einer schützenden Mauer, umrahmt von den Heiligen Franziskus Seraphicus und Antonius von Padua, und gilt als eine der schönsten freiplastischen Skulpturen im Raum Heilbronn.

Zur Bau- und Lokalgeschichte der Stadt Gundelsheim wird im März 2018 ein Buch von Joachim Hennze erscheinen. Näheres entnehmen Sie bitte der Tagespresse.

Es wird die Anreise mit dem Bus empfohlen, da die PKWs nur außerhalb der Altstadt parken können; am Ende der Führung holt uns der Bus am Bildstock ab und fährt uns zum Gasthaus. Diejenigen, die mit dem eigenen PKW angereist sind, müssten eine längere Strecke zum Parkplatz zurückgehen und nachkommen.

Leitung und Führungen: Dr. Joachim Hennze, Leiter der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Heilbronn
Abfahrt: 14:00 Uhr Busbahnhof Karlstraße
Beginn der Führungen: 14:45 Uhr; Treffpunkt am Rathaus, Tiefenbacher Straße
Dauer der Führungen: bis ca. 17:30 Uhr; anschließend ist ein Abendessen im “Gasthaus zum Neckartal” in Neckarmühlbach vorgesehen
Rückkehr: ca. 20:00 Uhr
Kosten: € 25.– für Mitglieder, € 35.– für Nichtmitglieder (Busfahrt, Führungen, Trinkgeld); Kosten bei eigener Anreise: € 10.–
Anmeldung: unbedingt erforderlich


Sonntag, 2. September 2018
Rundgang: Heilbronner Frauen im Ersten Weltkrieg

Der Rundgang durch die Heilbronner Innenstadt führt zu einigen Orten, die veranschaulichen, wie sich der Alltag der Heilbronnerinnen während des Ersten Weltkriegs veränderte. Das reicht vom großen Engagement der Frauen in der Anfangsphase des Krieges, der Arbeit in den Lazaretten, den zunehmenden Einschränkungen an der „Heimatfront“ und den ebenfalls zunehmenden öffentlichen Unmutsbekundungen der Frauen. Am Schluss steht der erfolgreiche Einsatz für die Einführung des Frauenwahlrechts.

Führung: Annette Geisler, Stadtarchiv Heilbronn
Treffpunkt/Start: Haus der Stadtgeschichte/Otto-Rettenmaier-Haus
Beginn: 10:30 Uhr
Dauer: ca. 2 Stunden
Kosten: € 5.–
Anmeldung: unbedingt erforderlich – Höchstteilnehmerzahl 25 Personen


Donnerstag, 20. September 2018
Abendwanderung: Spuren des Heilbronner Karmeliterklosters in Flein

Das Heilbronner Karmeliterkloster besaß seit spätestens 1528 einen Hof in Flein; 1537 wurde ein Weinberghäuschen erbaut, das Anfang der 1980er Jahre auf Initiative des Heimatvereins Flein vor dem Verfall gerettet und mit großem Engagement saniert wurde.

Der Historiker Peter Wanner berichtet auf einem Rundweg von der Geschichte des Karmeliter-ordens, vom Kloster und den Mönchen vor den Toren der Stadt Heilbronn und vom Fleiner Besitz des Klosters.

Der Weg auf teilweise unbefestigten Wegen ist knapp 4 km lang; gutes Schuhwerk und Kondition werden vorausgesetzt.

Führung: Peter Wanner M.A., Historiker
Beginn/Treffpunkt: 17:00 Uhr an der Kelter der Weingärtner Flein-Talheim e.G. (Parkmöglichkeiten vorhanden; Entfernung zur Bushaltestelle Flein/ Rathaus ca. 500 m)
Dauer: ca. 2 Stunden
Kosten: € 5.–
Anmeldung: unbedingt erforderlich


Donnerstag, 4. Oktober 2018
Halbtagesexkursion: Befestigungsanlagen des Heuchelbergs – Grafschaftsgrenze im Wandel der Jahrhunderte

Der Heuchelberg war in früherer Zeit nicht nur wichtige Landmarke und beschwerliches Hindernis für den Verkehr sondern auch immer wieder politische Grenze. Die Exkursion führt zunächst zu einer Befestigungsanlage des 10. Jhs. am Schnittpunkt des Gartach-, Zaber- und Neckargaues. Bei der sogenannten “Frankenschanze” handelte es sich um die Gaugrafenburg des gemeinsam verwalteten Gartach- und Zabergaus. Die riesige Großmotte der Kernanlage mit annähernd 100 x 60 m diente vermutlich den Grafen von Calw als Amtssitz.
Danach geht es hinauf zum Wachturm der Württembergischen Landwehr, welcher ein halbes Jahrtausend später die Nordgrenze des Herzogtums sicherte. Von oben hat man einen herrlichen Blick über das Neckartal – ideal zur Überwachung der einstigen Grenzlinie, welche über Nordheim und Lauffen, über den Fluss bis hinein in die Löwensteiner Berge reichte. Unter Graf Ulrich “dem Vielgeliebten” begonnen, verlor die Landwehr durch fortschreitende Expansion Württembergs nach Norden immer mehr an Bedeutung.

Anschließend ist die Einkehr in der Heuchelberger Warte vorgesehen, bitte vermerken Sie bei der Anmeldung, ob Sie an der Einkehr teilnehmen.

Führung: Nicolai Knauer, Burgenforscher
Reisebegleitung: Regina Beul, Schatzmeisterin unseres Vereins
Abfahrt des Reisebusses: 14:00 Uhr Busbahnhof Karlstraße
Treffpunkt: am unteren Parkplatz des Heuchelbergs
Beginn Führung: 14:30 Uhr, Dauer 2 – 2 1/2 Stunden
Einkehr: 17:00 Uhr
Rückkehr des Reisebusses: ca. 19:00 – 19:30 Uhr
Kosten: € 25.– für Mitglieder, € 35.– für Nichtmitglieder (Busfahrt, Führung,)
bei eigener Anreise: Führung € 10.–
Anmeldung: unbedingt erforderlich


Donnerstag 11. Oktober 2018
Themenabend: Das Ende des Ersten Weltkrieges in Heilbronn

Mit der Kapitulation Deutschlands endete am 11. November 1918 der Erste Weltkrieg. Gleichzeitig beginnt mit dem Ausbruch der Novemberrevolution und der Abdankung des Kaisers ein neues Kapitel der deutschen Geschichte. Der Themenabend möchte diese spannenden Ereignisse aufgreifen und mit Hilfe von Ausstellungsexponaten, Quellen und von anderen Materialien einen Einblick in die Zeit geben. Tagebücher, Briefe und Zeichnungen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges und die Ausstattung eines Offiziers stehen dabei im Mittelpunkt.

Leitung: Ute Kümmel, Historikerin, und Peter Wanner, Historiker
Ort: Ausstellung “Heilbronn historisch!” im Haus der Stadtgeschichte, Eichgasse 1
Beginn: 18:00 Uhr,
Dauer: ca. 90 Minuten
Kosten: keine
Anmeldung: unbedingt erforderlich – Höchstteilnehmerzahl 25 Personen


Dienstag 13. November 2018
Vortrag, Lesung und Buchvorstellung mit dem Autor Gunter Haug: “Knorr – die Suppendynastie. Geschichte einer Familie“

Gunter Haug, in Stuttgart geboren, Ausbildung bei einer Tageszeitung, Studium der Landesgeschichte, Empirischen Kulturwissenschaft und Neueren Geschichte an der Universität Tübingen, Redakteur und Abteilungsleiter u. a. beim Süddeutschen Rundfunk, ist seit 2005 als freier Autor, Schriftsteller und Moderator tätig. Von ihm erschienen bereits zahlreiche Publikationen zur Kultur- und Regionalgeschichte, er erhielt vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz den Deutschen Preis für Denkmalschutz (Fernsehsendung »Schloßherren gesucht …«).

Das Buch ist ein Historischer Tatsachenroman: Sämtliche Fakten, Namen, Daten und Jahreszahlen sind sorgfältig recherchiert und nachprüfbar.

Der Vortrag beginnt mit dem Firmengründer Carl Heinrich Theodor Knorr, beleuchtet die politischen Verhältnisse zu dieser Zeit und weist auf die bislang so gut wie gar nicht publizierte Tatsache hin, dass Knorr das Wissen um den Zichorienanbau ins Unterland (Großgartach) gebracht hat und auch der erste Hersteller von Zichorienkaffee hier gewesen ist. Erst einige Jahre später kam die Konkurrenz (Frank) nach Großgartach und dann nach Heilbronn.
Interessant auch seine familiären Verbindungen zu Robert Mayer, indirekt ebenso zu Paul Hegelmaier. Eine wichtige Rolle spielen auch Knorrs Söhne Karl und Alfred, mit denen die eigentliche Entwicklung der Firma Knorr erst begann und deren Anfänge Knorr senior noch erleben konnte.


Dienstag, 11. Dezember 2018
Vortrag von Prof. Dr. Christhard Schrenk, Direktor des Stadtarchivs Heilbronn:
Moriz von Rauch (1868–1928). Der große Heilbronner Geschichtsschreiber

Moriz von Rauch (1868 – 1928) sollte eigentlich in 5. Generation in die Leitung der traditionsreichen Heilbronner Papierfabrik „Gebrüder Rauch“ eintreten. Zu diesem Schritt verspürte er jedoch keinerlei Neigung. Stattdessen wählte er die stille Teilhaberschaft und studierte Geschichte. Nach der Promotion arbeitete er als Privatgelehrter und später auch als Heilbronner Stadtarchivar an der Erforschung und Darstellung der Vergangenheit seiner Heimatstadt und seines Heimatlandes. Von 1915 bis zu seinem Tod fungierte er als 1. Vorsitzender des Historischen Vereins Heilbronn.
Aus Anlass seines 150. Geburtstags am 21. Dezember 2018 gedenken wir dieses Mannes, der ein Glücksfall für die Heilbronner Stadtgeschichtsforschung war und dem wir einen wichtigen Teil des heutigen Wissens über die Heilbronner Vergangenheit verdanken.

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Historischen Vereins Heilbronn und des Stadtarchivs Heilbronn im Haus der Stadtgeschichte.

Anmeldung unbedingt erforderlich


Das gedruckte Programm des Historischen Vereins Heilbronn ist auf Anfrage bei der Geschäftsstelle erhältlich.