Programm 2018

Dienstag 17. April 2018
Vortrag von Kurt Sartorius, Vorsitzender der Historischen Gesellschaft Bönnigheim:
Die Heilbronner Hammer-Brennerei

Die 1861 gegründete Dampfbrennerei und Likörfabrik war im Besitz der jüdischen Familie Landauer und gehörte zu den bedeutendsten Spirituosenbetrieben Deutschlands. Im Dritten Reich wurde die Familie entsprechend der NS-Ideologie enteignet und die Firma „arisiert“. Fritz Landauer hat erstaunlicherweise in Heilbronn überlebt. Nach Zerstörung des Firmenanwesens beim Luftangriff am 4. Dezember 1944, Wiederaufbau und juristischer Auseinandersetzung um die Wiedereinsetzung der Besitzerfamilie wurde 1961 groß das 100-jährige Betriebsjubiläum gefeiert. Mit der Schließung 1981 endete die Geschichte der Hammer-Brennerei.

Kurt Sartorius hat sich für eine Ausstellungsabteilung im Schnapsmuseum Bönnigheim damit beschäftigt. Im Herbst 2017 wurde ein Buch über die Hammer-Brennerei herausgegeben, zu dessen Erscheinen auch Herr Sartorius beigetragen hat.

Beachten Sie hierzu unsere Führung in Bönnigheim am 23. Mai 2018 unter besonderer Berücksichtigung der dortigen Hammer-Ausstellung!

Ort und Zeit: um 18:30 Uhr im Heinrich-Fries-Haus Heilbronn


Sonntag 6. Mai 2018
Gang durch das Heilbronner Industriegebiet mit Archivar Walter Hirschmann

Am Haltepunkt Sülmertor beginnt die Salzstraße, der frühere Viehweg, und führt uns durch 200 Jahre Stadt- und vor allem Wirtschaftsgeschichte. Bei genauerem Hinsehen finden sich bei vielen der Firmenanwesen noch Spuren von z.T. bekannten Vorgängern. Im Straßenraum dominiert inzwischen das Auto und die Stadtbahn hat die Industriebahn abgelöst. Der Kiosk auf dem Industrieplatz ist seit über 90 Jahren Treffpunkt für Menschen, die hier arbeiten und leben. Schließlich bieten zeittypische Gebäude interessante Beispiele für die Architekturgeschichte.

Geplant ist der Gang bis zur Firma Brüggemann – bei Interesse könnte es zu einem späteren Zeitpunkt eine Fortsetzung bis zum Salzwerk geben.

Führung: Walter Hirschmann, Archivar im Stadtarchiv Heilbronn
Treffpunkt: 16:00 Uhr an der Eisenbahnunterführung Paulinenstraße – Neckarsulmer Straße
Dauer der Führung: 1 1/2 bis 2 Stunden
Kosten: keine
Anmeldung: unbedingt erforderlich
Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt.


Mittwoch 23. Mai 2018
Halbtagesexkursion nach Bönnigheim:
Führung Altstadt – Cyriakuskirche – Schnapsmuseum mit der neuen Ausstellung “Geschichte der Hammerbrennerei”

Bönnigheim war die erste 4-Sektoren-Stadt Deutschlands; es hat mit vier Museen eine größere Museumsdichte als Berlin. Kurt Sartorius, Vorsitzender der Historischen Gesellschaft, führt uns bei einem Rundgang durch die historische Altstadt und erläutert uns auch das Ganerbiat. Wir besichtigen die Cyriakuskirche, deren ältester Bauteil der Turm von 1280 ist. Die Kirche enthält neben vielen anderen mittelalterlichen Prunkstücken die einzige erhaltene vorreformatorische Ausstattung in Württemberg (Lettner und Hochaltar). Wir sehen das Museum “Arzney-Küche” und besuchen anschließend das Schwäbische Schnapsmuseum, in dem seit kurzem einer der Räume der Geschichte der Hammer-Brennerei als Dauerausstellung mit 400 Exponaten gewidmet ist (siehe auch Vortrag vom 17. April).

Nach Kaffee und Kuchen führt uns Herr Sartorius durch das Museum.

Führungen: Kurt Sartorius, Vorsitzender der Hist. Gesellschaft Bönnigheim
Reisebegleitung: Regina Beul, Schatzmeisterin unseres Vereins
Abfahrt: 13:15 Uhr Heilbronn, Busbahnhof Karlstraße
Treffpunkt in Bönnigheim: am Schloss/Bleichwiese
Beginn: 14:00 Uhr, Führung Altstadt; ca. 16:00 Uhr Führung Schnapsmuseum
Rückkehr: gegen 18:30 Uhr
Kosten: € 30.– für Mitglieder, € 40.– für Nichtmitglieder (Busfahrt, Eintritt, Führungen, Kaffee und Kuchen); bei eigener Anreise € 15.–
Anmeldung: unbedingt erforderlich


Samstag 9. Juni 2018
Halbtagesexkursion: Burg Steinsberg

Burg Steinsberg – der sogenannte “Kompaß des Kraichgaus” – gehört zu den ältesten Burgen der Region. Als Sitz der Grafschaft im Elsenzgau, von der Familie der ‚Werinharde’ um 1100 erbaut, wechselte sie nach deren Aussterben an die Grafen von Oettingen. Diese ließen die alte Burg – von der jüngst bei Ausgrabungen höchst qualitätvolles Mauerwerk zu Tage kam – nach 1235 abreißen und die heutige Kernburg errichten. Der achteckige Bergfried aus dieser Zeit gehört zu den aufwändigsten Türmen des deutschen Mittelalters.

Im 14. Jh. kam Steinsberg an die Pfalzgrafen bei Rhein, die sie mit weiteren Wehrmauern und Türmen verstärkten. Im Lehensbesitz der Familie von Venningen wurde die Burg im Bauernkrieg zerstört und danach wieder aufgebaut. Heute gehört die auf einem Vulkankegel aus Basalt – dem höchsten Punkt des Kraichgaus – gelegene Anlage der Stadt Sinsheim. Wir besichtigen die ausgedehnten spätmittelalterlichen Zwingeranlagen mit Geschütztürmen und mehreren Toren und die Kernburg, bestehend aus der mächtigen Buckelquader-Ringmauer, den Resten des Torturmes und Palas (alles 13. Jh.) und dem Venningischen Bau aus dem 16. Jh.. Highlight ist der achteckige Bergfried, der auch bestiegen werden kann – vorausgesetzt die derzeitigen Renovierungsarbeiten sind fristgerecht abgeschlossen.

Führung: Nicolai Knauer, Burgenforscher
Reisebegleitung: Regina Beul, Schatzmeisterin unseres Vereins
Abfahrt: 15:00 Uhr Busbahnhof Karlstraße
Beginn Führung: 16:00 Uhr, Dauer gut 2 Stunden; um 18:30 Uhr ist die Einkehr im Burgrestaurant vorgesehen.
Rückkehr: ca. 20:30 Uhr
Kosten: € 25.– für Mitglieder, € 35.– für Nichtmitglieder (Busfahrt, Eintritt, Führung, Trinkgeld); bei eigener Anreise für Führung und Eintritt € 12.–
Anmeldung: unbedingt erforderlich


Dienstag 19. Juni 2018
VERLEIHUNG DES MORIZ VON RAUCH-PREISES

Zum 20. Mal verleiht unser Verein diesen Preis an die/den jeweils besten Abiturientin/Abiturienten im Fach Geschichte an den Gymnasien des Stadt- und des Landkreises Heilbronn.
Im Anschluss an die Preisverleihung findet ein Empfang in den Räumen und im Garten des Schießhauses statt, wobei Preisträger, Eltern, Lehrer, Ehrengäste und Mitglieder miteinander ins Gespräch kommen können.

Ort und Uhrzeit: „Schießhaus“, Heilbronn, Frankfurter Straße 65 | 18 Uhr


Dienstag 3. Juli 2018
Abendwanderung: Historische Orte im Heilbronner Südosten

Eine weitere kleine Abendexkursion führt zu bekannten und für manche auch unbekannten Orten im südöstlichen Stadtgebiet und erzählt ihre Geschichte – vom Trappensee über den Ehrenfriedhof und den Schießständen ins Köpfertal und hoch zum Burgmal. Die historischen Themen reichen vom Mittelalter bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Der Weg auf teilweise unbefestigten Wegen ist knapp 5 km lang; gutes Schuhwerk und Kondition werden vorausgesetzt.

Führung: Peter Wanner M.A., Historiker
Beginn/Treffpunkt: 17:00 Uhr an der Bushaltestelle Trappensee
Dauer: ca. 2 Stunden
Kosten: € 5.–
Anmeldung: unbedingt erforderlich


Samstag 4. August 2018
Ganztagesfahrt: Barock in Oberfranken – Banz, die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und die Stadtpfarrkirche St. Kilian in Schesslitz

Wegen ihrer spektakulären Lage oberhalb des Maintals sind Kloster Banz und die Wallfahrtskirche von Vierzehnheiligen bekannt. Banz entstand als Benediktinerabtei schon im 11. Jahrhundert. Der heutige Bau stammt erst aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Im Auftrag der Äbte Eucharius Weiner und Kilian Düring konnte Baumeister Leonhard Dientzenhofer die Arbeiten 1698 beginnen. Sein Bruder Johann schloss die Arbeiten 1719 ab. Dr. Joachim Hennze erklärt die lange Baugeschichte und führt durch die Außenanlagen von Kloster und Kirche (das Gebäude ist privat und kann deshalb nicht von innen besichtigt werden). Die Fahrt geht weiter zum Gotteshaus von Vierzehnheiligen.

Der Bamberger Bischof Friedrich Karl von Schönborn erlaubte 1735 dem Abt des Klosters Langheim, Stefan Mösinger, die alte Wallfahrtskirche durch einen repräsentativen Neubau zu ersetzen. Wegen der Differenzen zwischen den Baumeistern Heinrich Krohne und Balthasar Neumann konnte erst 1742 ein Ausführungsplan bestimmt werden. Bauzeit der Kirche war zwischen 1743 und 1772. Sie ist in ihren Grundrissen und ihrer Dimension auf Wallfahrergruppen ausgelegt, die hier bei den vierzehn Nothelfern Schutz und Hilfe suchten. Die Außenansicht wird geprägt von der repräsentativen Fassade mit dem elegant vorschwingenden Mittelteil und den beiden hohen Türmen. Sie gilt als eine der imposantesten Kirchen des Barockzeitalters. Dr. Joachim Hennze führt durch Außenanlage, Museum und Kircheninneres. Sie ist geprägt durch den frei stehenden Gnadenaltar, ein Meisterwerk des deutschen Rokoko.
Durch die Nordausläufer der fränkischen Schweiz fahren wir weiter nach Schesslitz, das zu den ländlichen Besitzungen des Bistums Bamberg gehört hat. Dort werden wir zu Mittag essen und danach noch die katholische Pfarrkirche St. Kilian mit ihrer schönen barocken Ausstattung besuchen.

Wegen der langen Anreise und einem kurzen Zwischenstopp an einer Autobahnraststätte werden wir das Mittagessen erst gegen 13:30 Uhr einnehmen. Es empfiehlt sich, ein Vesper mitzunehmen.

Leitung und Führungen: Dr. Joachim Hennze, Leiter der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Heilbronn
Abfahrt: 8:00 Uhr Busbahnhof Karlstraße
Rückkehr: ca. 19:00 Uhr
Kosten: € 50.– für Mitglieder, € 60.– für Nichtmitglieder (Busfahrt, Führungen, Trinkgelder)
Anmeldung: unbedingt erforderlich


Samstag 18. August 2018
Halbtagesexkursion: Gundelsheim: Altstadt und Burg Horneck

Gundelsheim kann auf eine über 1250 Jahre lange Geschichte zurückblicken. Wegen seiner prägnanten Lage zwischen Weinbergen und Neckar siedelten hier schon Römer, Franken und Alamannen. Kaiser Karl IV. verlieh dem Ort 1378 Stadtrechte und dessen Sohn, König Wenzel, erweiterte jene Rechte 1398 um zwei Jahrmärkte und einen Wochenmarkt. Zu jener Zeit war der Ort bereits im Besitz des Deutschen Ordens, der von hier aus seine Besitzungen zwischen Neckar und Tauber kontrollierte. Erst 1806 kam der Ort an das Königreich Württemberg, verlor seinen Amtssitz und gehörte dann zum Oberamt Neckarsulm. Gundelsheim wartet mit einer hohen Zahl von Denkmalen zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert auf.

Dr. Joachim Hennze erklärt und führt in der katholischen Stadtpfarrkirche aus der Spätgotik mit ihrer reichen Ausstattung. Danach schauen wir uns das ehemalige Pfründnerhaus des Ordens (heute Apotheke) an, sowie wie die früheren Rathäuser von 1541 und 1829 sowie die ehemalige Wirtschaft zum güldenen Löwen. Entlang von Fachwerkhäusern aus Renaissance und Barock geht unser Weg hinauf zur Horneck, nach Heidelberg größtes Schloss am Neckar. Wo einstmals die Ritter des Deutschen Ordens saßen, befanden sich später Kuranstalten, Krankenhaus und Altersheim. Derzeit wird die Horneck zum Kongresszentrum umgebaut.

Nach einer Außenbesichtigung der Schlossanlage geht es weiter zur Nepomukgruppe von 1751: Der Heilige des Beichtgeheimnisses, der Brücken und des Schutzes vor Wasser steht inmitten einer schützenden Mauer, umrahmt von den Heiligen Franziskus Seraphicus und Antonius von Padua, und gilt als eine der schönsten freiplastischen Skulpturen im Raum Heilbronn.

Zur Bau- und Lokalgeschichte der Stadt Gundelsheim wird im März 2018 ein Buch von Joachim Hennze erscheinen. Näheres entnehmen Sie bitte der Tagespresse.

Es wird die Anreise mit dem Bus empfohlen, da die PKWs nur außerhalb der Altstadt parken können; am Ende der Führung holt uns der Bus am Bildstock ab und fährt uns zum Gasthaus. Diejenigen, die mit dem eigenen PKW angereist sind, müssten eine längere Strecke zum Parkplatz zurückgehen und nachkommen.

Leitung und Führungen: Dr. Joachim Hennze, Leiter der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Heilbronn
Abfahrt: 14:00 Uhr Busbahnhof Karlstraße
Beginn der Führungen: 14:45 Uhr; Treffpunkt am Rathaus, Tiefenbacher Straße
Dauer der Führungen: bis ca. 17:30 Uhr; anschließend ist ein Abendessen im “Gasthaus zum Neckartal” in Neckarmühlbach vorgesehen
Rückkehr: ca. 20:00 Uhr
Kosten: € 25.– für Mitglieder, € 35.– für Nichtmitglieder (Busfahrt, Führungen, Trinkgeld); Kosten bei eigener Anreise: € 10.–
Anmeldung: unbedingt erforderlich


Für die zweite Jahreshälfte sind außerdem geplant:

  • eine weitere Exkursion mit Herrn Knauer: Der Heuchelberg war in früherer Zeit nicht nur wichtige Landmarke und beschwerliches Hindernis für den Verkehr, sondern auch immer wieder politische Grenze. Die Exkursion führt zunächst zu einer Befestigungsanlage des 10. Jhs. am Schnittpunkt des Gartach-, Zaber- und Neckargaues und dann hinauf zum Wachturm der Württembergischen Landwehr, welcher ein halbes Jahrtausend später die Nordgrenze des Herzogtums sicherte.
  • ein Themenabend und/oder eine Führung “Kriegsende und Revolution 1918” mit Ute Kümmel / Peter Wanner im Haus der Stadtgeschichte Heilbronn
  • eine Abendwanderung “Karmeliter in Flein” mit Peter Wanner

Das gedruckte Programm des Historischen Vereins Heilbronn ist auf Anfrage bei der Geschäftsstelle erhältlich.

Die Veranstaltungen des Historischen Vereins Heilbronn werden auch im Blog des Vereins und im Portal der Heilbronner Stimme veröffentlicht.