Programm 2019


Berichte über die Veranstaltungen und Exkursionen des Vereins finden sich auf meine.stimme.de!


Samstag 3. August 2019
Ganztagesfahrt: Das Herz des Hochstifts Würzburg I: Die Städte Karlstadt, Sommerach und Volkach

Das alte Hochstift Würzburg war früher unterteilt in 33 Städte, 16 Marktflecken sowie unzählige Dörfer und erstreckte sich links und rechts des Mains. Der Main ist der längste rechte Nebenfluss des Rheins.

Dr. Joachim Hennze führt zuerst nach Karlstadt: Bereits um 1200 angelegt, ist die Stadt ein gutes Beispiel für die Baukunst des 13. Jahrhunderts. Wir schauen uns Rathaus, Stadtmauern sowie die katholische Pfarrkirche an. Weiter geht die Fahrt in Richtung nach Osten zur alten Weinbauernstadt Sommerach.

Dort begrüßen uns die katholische Pfarrkirche St. Eucharius aus dem 16. Jahrhundert sowie Marktplatz mit Rathaus und Georgsbrunnen. Weiter geht die Fahrt nach Volkach an der Mainschleife. Nirgendwo sonst am Main kann man so viele Weinberge zur selben Zeit sehen. Der Ort war eine Gründung der Grafen von Castell, gehörte aber von 1520 an zu Würzburg. Dort erwarten uns die spätgotische Pfarrkirche St. Georg und Bartholomäus sowie Rathaus, Amtshäuser und die schöne Stadtbefestigung.

Wegen der langen Anreise und einem kurzen Zwischenstopp an einer Autobahnraststätte werden wir das Mittagessen erst gegen 13:30 Uhr einnehmen. Es empfiehlt sich, ein Vesper mitzunehmen.

Leitung und Führungen: Dr. Joachim Hennze, Leiter der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Heilbronn
Abfahrt: 8:00 Uhr Busbahnhof Karlstraße
Rückkehr: ca. 17:30 Uhr
Kosten: 45.– € für Mitglieder, 55.– € für Nichtmitglieder (Busfahrt, Führungen, Trinkgelder)
Anmeldung unbedingt erforderlich


Samstag 17. August 2019
Ganztagesfahrt: Entlang des fränkischen Untermains: Die Städte Rothenfels und Lohr

Wir fahren an den Mittellauf des Mains mit seinem landschaftlich schönen Abschnitt zwischen Würzburg und Wertheim. Dort bereichern die Flüsse Fränkische Saale und die aus dem Spessart herabfließende Lohr das Bett des Mains.

Rothenfels ist die kleinste Stadt Bayerns und wurde 1342 erstmals erwähnt. Damals zu Mainz gehörig, kam der Ort 1387 ans Hochstift Würzburg. Seine pittoresken Gassen sowie die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von 1611 bilden ein völlig erhaltenes Stadtbild der Spätrenaissance ab.

Lohr wurde bereits 1295 urkundlich erwähnt und bildete die Hauptstadt der Grafschaft Rieneck und somit den Grenzposten gegen das Hochstift Würzburg. Wir besichtigen die katholische Pfarrkirche St. Michael, sehen schöne fränkische Fachwerkhäuser sowie das ehemalige Mainzer Schloss und das Rathaus von 1601.

Leitung und Führungen: Dr. Joachim Hennze, Leiter der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Heilbronn
Abfahrt: 8:30 Uhr Busbahnhof Karlstraße
Rückkehr: ca. 17:30 Uhr
Kosten: 45.– € für Mitglieder, 55.– € für Nichtmitglieder (Busfahrt, Führungen, Trinkgelder)
Anmeldung unbedingt erforderlich


Freitag 20. September 2019
Führung: Burg Ravensburg

Die Ravensburg wurde im Zuge eines umfangreichen Burgenbauprogrammes der Staufer nach 1212 begonnen. Ab 1222 nennt sich der Sulzfelder Ortsadel nach der Burg – später kommt noch der Beiname ‚Göler‘ hinzu. Die Ravensburg verblieb ohne Unterbrechung bis zum heutigen Tag im Besitz dieser Familie. Bernhard Göler, genannt der Reformator, erlebte im Schmalkaldischen Krieg 1546 die Zerstörung seiner Burg durch kaiserliche Truppen.

Danach begann die Familie mit dem Wiederaufbau als neuzeitliche Festung, deren Charakter die Anlage bis heute prägt. Eine große Besonderheit ist eine noch begehbare Kasematte aus dieser Zeit. Nach Aufgabe der Burg im 19. Jh. verfiel sie zunächst zur Ruine, wurde aber ab dem 20. Jh. wieder restauriert und teilweise unter Dach gebracht. Heute ist die Ravensburg ein beliebtes Ausflugsziel mit Restaurant.

Führung: Nicolai Knauer, Burgenforscher
Reisebegleitung: Regina Beul, Schatzmeisterin unseres Vereins
Abfahrt des Reisebusses: 13:45 Uhr Busbahnhof Karlstraße
Beginn der Führung: 14:30 Uhr
Dauer: ca. 2 Stunden, anschl. Einkehr im Burgrestaurant oder auf der Terrasse
Rückkehr: ca. 18:30 Uhr
Kosten: € 25. — für Mitglieder, € 35. — für Nichtmitglieder, bei eigener Anreise: Führung € 10.–
Anmeldung unbedingt erforderlich


Dienstag 1. Oktober 2019
Vortrag: Dr. Christoph Krieger, Leiter des Mittelmosel-Museums in Traben-Trarbach

Die „Reichstagung des deutschen Weinbaus“ in Heilbronn 1937
Das größte Weinspektakel des Dritten Reiches

Wenn Heilbronn als Gastgeber der „Bundesgartenschau 2019“ in diesem Jahr weit über die Landesgrenzen hinaus ins öffentliche Blickfeld rückt, dürften sich nur wenige Einheimische daran erinnern, dass die württembergische Weinstadt bereits mehr als 80 Jahre zuvor Schauplatz einer der größten landwirtschaftlichen Ausstellungen auf deutschen Boden gewesen ist. Lud doch ausgerechnet der „Reichsnährstand“ – die nationalsozialistische Bauernorganisation – im August 1937 dort zur „Reichstagung des deutschen Weinbaues“ und damit zum gewaltigsten Weinspektakel des Dritten Reiches ein, um „eine Gesamtschulung der im Weinfach tätigen Volksgenossen“ durchzuführen.

Hierfür waren auf einem eigens durch aufwändige Rodungs-, Abbruch- und Planierungsarbeiten geschaffenen Veranstaltungsgelände von rund 12.000 Quadratmetern zahlreiche Ausstellungshallen errichtet worden, die etwa eine „vorbildliche
Küferei-Werkstätte“, ein „großes Haus der Kellerwirtschaft“ und selbst auch eine „Süßmosterei“ „in mustergültiger neuzeitlicher Aufmachung“ beherbergten. Darüber hinaus waren auf dem Freigelände davor erstmals auch umfassende Beispielpflanzungen echter Weinreben angelegt worden, an denen „alles so vorgeführt werden solle, wie der Winzer es in freien Weinbergen findet“.

Dass es dem NS-Regime dabei indes keineswegs allein um eine rein fachliche Fortbildung der insgesamt rund 60.000 Besucher zu tun war, für die eigens Sonderzüge aus allen Weinanbau- gebieten des Reiches bereitgestellt wurden, sondern das Spektakel vor allem auch dazu diente, „um ein Bekenntnis abzulegen zum Berufsstand, zu unserem Volk und Vaterland“ verstand sich dabei von selbst! Bei allen neuzeitlichen Fachinformationen fehlte keineswegs die primitive Propaganda der menschenverachtenden rassistischen „Blut und Boden“-Ideologie.

„Die Reichstagung des deutschen Weinbaues in Heilbronn 1937 – das größte Weinspektakel des Dritten Reiches“, so lautet der Titel eines Vortrages, in dem der Historiker Dr. Christof Krieger an dieses weithin vergessene Kapitel der Heilbronner Stadt- und Weinbaugeschichte erinnern möchte. Dr. Krieger, Leiter des Mittelmosel-Museums in der Weinstadt Traben-Trarbach, verfasste an der Universität Trier eine Doktorarbeit zur „Weinpropaganda im Dritten Reich“, die zwischenzeitlich auch als Buch vorliegt. 

Beginn:  18:30 Uhr im Heinrich-Fries-Haus in Heilbronn (Heilbronn, Bahnhofstr. 13 – Saal 501)


Donnerstag 10. Oktober 2019
Vortrag: Dr. Jonathan Scheschkewitz, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart

Neue Funde und Befunde aus der Heilbronner Altstadt

2018 fand in der nördlichen Innenstadt von Heilbronn eine umfangreiche archäologische Grabung auf dem sogenannten Dinkelacker-Areal statt, im Bereich zwischen Zehentgasse, Sülmerstraße und Schwibbogengasse. Herr Dr. Scheschkewitz, stellvertretender Referatsleiter/Fachbereichsleitung Mittelalter- und Neuzeitarchäologie, wird die dabei gewonnenen Erkenntnisse vorstellen, die in die mittelalterliche Geschichte des früher sogenannten Bollwerksviertels zurückreichen.

In Kooperation mit dem Stadtarchiv Heilbronn/Peter Wanner M.A. und mit der Archäologie der Städtischen Museen Heilbronn/Dr. Christina Jacob.

– zu diesem Vortrag bitten wir wegen der begrenzten Platzzahl um Anmeldung –

Beginn: 18:30 Uhr im Haus der Stadtgeschichte, Eichgasse 1


Dienstag 12. November 2019
Vortrag: Frau Elfriede Lichdi

Meine Mädchenjahre in der NS-Zeit

Elfriede Lichdi berichtet über ihre Jugend im Grenzland an der Saar, über ihre Schulzeit, über den BDM (Bund Deutscher Mädel), den RAD (Reichsarbeitsdienst) und Kriegsdienst bei der Luftabwehr. Als Zeitzeugin erinnert sie an die besonderen Verhältnisse im “Dritten Reich” und an die
Umstände des damaligen Alltags. Frau Lichdi ist Mitglied unseres Vereins, ehemalige Lehrerin und Katechetin, Autorin mehrerer Aufsätze, u. a. in der „Kleinen Schriftenreihe des Archivs der Stadt Heilbronn”.

Beginn: 18:30 Uhr im Heinrich-Fries-Haus in Heilbronn
(Heilbronn, Bahnhofstr. 13 – Saal 501)


Das gedruckte Programm des Historischen Vereins Heilbronn ist auf Anfrage bei der Geschäftsstelle erhältlich.